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04.12.11
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02.04.11
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06 Februar - 06 März

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Wieseck - der Ort dazwischen

Prolog

Mir hu ihs emohl Gedanke gemoacht,
woas vo Wissich se schreiwe wier;
verschiedene Leu hu noochgedoacht
un stänn uch de Bericht häi vihr.

Mit dem Eingemeindungsvertrag vom 1.4.1939 wurde Wieseck der Stadt Giessen zugeordnet. Wieseck ist immer noch ein Ort dazwischen: ein Ort zwischen Dorf und Stadt. Man "geht ins Dorf", "eben mal schnell einkaufen" oder "fährt nach Giessen" in die Stadt (mit Uni, höheren Schulen, Theater, Kinos, Behörden, Kneipen, Bahnhof etc.) Beides existiert nebeneinander - städtische und ländliche Verbundenheit.

In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch die Evangelische Kirchengemeinde mit Ihrer Arbeit.Die Bindungen der EinwohnerInnen (Alteingesessene und Zugezogene) an Wieseck reichen von der Schlafstadt bis hin zum Lebensraum Nummer eins, der durch das rege und vielfältige Vereinsleben und die Angebote der Evangelischen Michaelsgemeinde bereichert wird. Zu den besonderen Aktivitäten unserer Kirchengemeinde gehören u. a. die kirchenmusikalischen Leckerbissen, das Kinderkino, die Kinderbücherei, der eigene Kindergarten, der tapfere Posaunenchor und der erfolgreiche Kinderchor.

Die Michaelskirche

Eine Wiesecker Kirche wurde erstmals in einer Urkunde vom 21. Juni 778 erwähnt. Abt Beatus des Klosters Honau schenkte seinen iro-schottischen Mönchen eine Kirche als eine von sieben oberhessischen Kirchen. In der Schenkungsurkunde, die in einer Abschrift (vor 1079) erhalten ist heißt es unter anderem: "Et etiam ecclesiam in lognann in curte nuncupata Wisicha ..." Zu deutsch: "Und auch die Kirche im Lahngau im Hof der Wisicha genannt wird ..."

Die heutige Kirche wurde Ende des 13. Jahrhunderts auf einer kleinen Erhebung, dem Herrenberg, erbaut und steht mit ziemlicher Sicherheit auf älteren Kirchenfundamenten.

1493 wurde das Schiff durch Herausrücken der Südmauer vergrößert und im Chor das Gewölbe eingezogen.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde ein dreigeschossiger Turmhelm aufgesetzt und nach und nach die Emporen eingebaut. Die erste Glocke von 95 cm Durchmesser stammt aus dem Jahr 1680, die zweite Glocke aus dem Jahr 1734 hatte einen Durchmesser von 90 cm und die dritte Glocke aus dem Jahr 1817 hat einen Durchmesser von 70cm.

Die Ausmalungen im Chor stammen aus dem 15. Jahrhundert sowie aus dem Jahr 1769.

Am 21. Januar 1718 wütete bei strenger Kälte ein großer Brand, bei dem zwei Drittel der Häuser in Wieseck dem Feuer zum Opfer fielen. Auch die Kirche wurde am Dach beschädigt und das Pfarrhaus verbrannte mit sämtlichen alten Urkunden.

Als besonderes Ereignis ist in den alten Wiesecker Kirchenakten ein Geschehen vom 24. Juni 1867 verzeichnet. Bei einem schweren Gewitter schlug an diesem Tag der Blitz in den Kirchturm ein. An drei Seiten des Turmes entstanden Schäden. Auch die Kirchenuhr wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Die Orgel

Die Orgel

Bis 1873 stand die Orgel im Chor. Dann wurde der Chor in seiner gotischen Form wiederhergestellt und eine neue, pneumatische Orgel der Firma "Förster und Nicolaus" aus Lich kam auf die Empore im Westen. Nachdem die Reparaturen dieser Orgel immer mehr zunahmen, wurde eine neue Orgel, ebenfalls von der Licher Orgelbaufirma, erbaut, wobei die bestehenden noch brauchbaren Pfeifen wiederverwendet werden sollten. Die neue Orgel besitzt nun zwei Manuale, 14 Register, 3 Koppeln, 680 Pfeifen, einen Schleifladen und eine mechanische Spiel- und Registertraktur. Am 1. Advent 1963 wurde sie mit einem feierlichen Kirchenkonzert eingeweiht.

Die Glocken

zwei der vier Glocken

Nachdem im ersten Weltkrieg die zweite Glocke eingeschmolzen wurde, wurde 1924 eine neue Glocke von 72 cm Durchmesser angeschafft. Doch auch diese Glocke jedoch wurde während des zweiten Weltkriegs eingeschmolzen und 1957 durch eine neue Glocke ersetzt. Ebenso die dritte Glocke blieb während des 2. Weltkriegs nicht in Wieseck. Sie musste abgeliefert werden , wurde aber in Hamburg wiederentdeckt und 1948 nach Wieseck zurückgeholt.
Auch die vierte Glocke, ursprünglich von Wieseckern in den USA gestiftet, musste im 2. Weltkrieg abgegeben werden und ging verloren. 1959 wurde eine neue Glocke angeschafft.
Die vier Glocken erklingen in den Tönen a, c, g und e.

Glockenklänge - 20 sec

Glockenklänge - 2 min